3-zinkige 3D Forke (Tusk) – Teil1

Dieses mal gibt es eine Anleitung für Fortgeschrittene.
Für einen Tusk solltet ihr schon etwas Erfahrung mit der Handhabung eines Dremels (oder vergleichbaren Multitools) haben.
Ohne geht es bei diesem Projekt nicht, da die Form aus einer Holzkantel herausgefräßt wird.

Dafür benötig man unterschiedliche Fräsaufsätze:
Aufsätze

  • Raspelfräser aus Wolframkarbit (Zylinder mit Rundkopf)
  • Hochgeschwindigkeits Fräsmesser (Kegelform)
  • Diamantbrstückter Fräser (schmaler Zylinder)

Der Raspelfräser ist gut um schnell viel Material abzutragen.
Durch die kleinen Zähne hat dieser Fräser einen ähnlichen Effekt wie ein Raspel.
Raspelfräser können auch direkt an der Oberfläche benutzt werden, da man mit diesem Aufsatz nicht so leicht abrutscht.
Fräsmesser können zum Aushöhlen und für Fugen benutz werden.
Sie sind am leichtesten zu Handhaben, wenn man bereits in einer Vertiefung arbeitet, da man sonst sehr leicht abrutscht.
Der Diamant Fräser trägt nur wenig Material ab, durch die schmale Form kommt man damit aber an Stellen, an die man mit den anderen Aufsätzen (oder Schleifpapier) nur schwierig heran kommt.

Fräsaufsätze gibt es in den Unterschiedlichsten Formen… für einen schmaleren Zinkenabstand kann man auch einfach mit kleineren Fräsaufsätzen arbeiten.
Mit abnehmendem Platz zwischen den Zinken wird die Arbeit aber immer mühsamer 😉

 

Sicherheitshinweise:
Vielleicht auch gleich noch ein paar Sicherhinweise zur Verwendung von Fräsaufsätzen.
Passt auf eure Finger auf!
Arbeitet nur wenn ihr absolute Ruhe habt und konzentriert seid.
Achtet auch beim Werkzeugwechsel auf eure Finger und benutzt zum Anfassen der Fräsaufsätze ggf. ein Tuch oder Handschuhe.
Fräsaufsätze können bei längerer Benutzung sehr heiß werden. Nach dem Abschalten also nicht direkt den Fräsaufsatz anfassen.
Tragt lange Kleidung aus dickem Stoff.

Ich arbeite sehr viel mit dem Werkstück direkt in der Hand bzw. auf dem Oberschenkel. Ich bin auch schon ein paar mal abgerutscht und weiß wovon ich rede.
Auf dem Oberschenkel hat meine Army-Baumwollhose das schlimmste verhindet… ich hat nur ne Schramme und nen kleinen blauen Fleck.

Also bitte denkt an eure Sicherheit!

 

Als Erstes habe ich mir eine Querschnittsskizze gemacht um zu entscheiden, wie ich beim Materialabtragen am Besten vorgehen soll.

Querschnitt:
Schema

Zuerst hab ich die Form angezeichnet.
Anzeichnen

Um aber nicht alles Material mit dem Fräser abtragen zu müssen, hab ich die grobe Form erst ein mal ausgesägt.
Sägen1
Sägen2

Danach hab ich mit dem Fräsmesser auf der Unterseite eine Nut gefräst. Bis eine leichte Vertiefung entstanden ist muss man sehr vorsichtig vorgehen, da man mit dem Fräsmesser auf einer glatten Oberfläche sehr leicht abrutscht.
Fräsen unten1
Fräsen unten2

Zur Hilfe hab ich mir nun die Zinken grob mit einem weisen Stift markiert.
Auf der Oberseite habe ich die Kanten mit dem Raspelfräser entfernt.

Raspeln oben2
Raspeln oben3

So arbeitet man sich langsam nach unten, bis ähnlich viel Material abgetragen ist wie an der Nut auf der Unterseite.
Raspeln oben fertig

Ansicht oben/unten1
Ansicht oben/unten2

Anschließend habe ich versucht mit dem Fräsmesser eine Verbindung schräg von oben nach unten zu fräsen.
(siehe auch 3. Bild auf dem Querschnittsschema)
Verbindung fräsen

Um am Durchbruch nicht zu viel Material abzunehmen und Zeit zu sparen, habe ich das letzte Stück gebohrt.
Dabei hab ich die Bohrlöcher sehr dicht aneinander gesetzt.
Bohren1
Bohren2
Bohren3

Die Überreste vom Bohren hab ich mit einem Diamantfräser entfernt.
Der nimmt zwar sehr wenig Material ab, passt aber als einziger Fräsaufsatz perfekt zwischen die Zinken.
Durchbruch

Anschließend geht es an die Ausarbeitung der Zinken.
Zuerst hab ich die obere Zinke schmaler gemacht und hab die Krümmung schön gleichmäßig gefeilt.
Zinke oben1
Zinke oben2

Danach habe ich die unteren Zinken soweit abgetragen, dass sie mit meiner angezeichneten Form übereinstimmen.
Zinken unten1
Zinken unten2

Nun geht es an die Ausarbeitung der endgültigen Form.
Dazu hab ich diverse Fräßaufsätze und Schleifzylinder benutzt.
In Form bringen

Die Innenseiten sind bei der Bearbeitung die schwierigsten Stellen. Mit etwas gefummel bekommt man nun aber auch Schleifpapier zwischen die Zinken.
Schleifen

Für schwer erreichbare Stellen kann man auch die Diamantfräser benutzen. Allerdings immer mit Vorsicht, damit man sich keine Kerben ins Holz fräst.
SChleifen2

Die Rohform ist nun fertig.
Rohform

Die Zinken haben noch nicht die 100%ig endgültige Form, sie sollen noch etwas schmaler und vorne spitzer werden, das werde ich aber erst machen, wenn der Topper auch fertig ist.
Auf dem Topper soll ein Stein eingesetzt werden.
Allerdings kann es noch etwas dauern, bis der Stein bei mir eintrifft… den hab ich nämlich in Indien bestellt.

Das Herausarbeiten des Toppers und das Einsetzen des Steins gibts daher in Teil 2.

3 Comments

  1. Silberfischchen Oktober 10, 2015 9:22 pm 

    Ich hatte das Problem mit der Fräse und den Klamotten auch und hab daher jetzt immer ein Holzbrett auf dem Schoß. Hilft gegen Fräsen in den Klamotten und man kann einen Teil des Staubs dadurch gleich entsorgen, ohne ihn aus den Kleidern pulen zu müssen. Ich überleg mir zusätzlich zum kKl noch ne Küchenschürze anzuziehen, damit nicht immer der Staub durch die Knopfleiste vom Kittel rieselt.

  2. Silberfischchen Oktober 10, 2015 9:23 pm 

    kKl soll Kittel heißen…. k.A. wie aus Kittel kKl wurde.

  3. Mahakali Oktober 11, 2015 2:29 pm 

    Das mit dem Brettchen muss ich mal ausprobieren.
    Gegen den Staub wirds bei mir wenig Helfen… Du warst ja auch schon mal live dabei, ich kann mich rasend schnell von Oben bis Unten mit Holzstaub einsauen 😉

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