3 zinkige Dymondwood Forke

Diese Forke aus Dymondwood ist schon vor einiger Zeit entstanden.
Aus einer Laune heraus hab ich damals den ganzen Entstehungsprozess mit Bildern dokumentiert.
Und wenn die Bilder schon mal da sind, kann man auch gleich eine Anleitung daraus machen.

Die Form der Forke habe ich auf Papier aufgemalt und hab sie dann auf das Holz übertragen.
Das macht es einfacher symmetrisch zu bleiben.
Beim Ausschneiden der Papierform geb ich immer noch 1mm dazu, und beim Sägen nehme ich dann die Außenkante. Was zuviel ist, kann man später immer noch abschleifen. Anderst herum wird es schwierig.

Zuerst wird also die Form grob ausgesägt.
Dazu hab ich einen Dremel mit einem Trennscheiben-Aufsatz verwendet. Bei geraden Schnitten (und nicht zu dickem Holz) verwende ich die Trennscheibe sehr gerne, da man damit mit etwas Übung einen sehr gerade Schnitt erzeugen kann. Die Laubsäge benutze ich hauptsächlich dann, wenn ich Rundungen sägen muss oder das Holz dicker wie 1,4 cm ist (das schafft die Trennscheibe dann nicht mehr). Eine Dekupiersäge geht natürlich auch, so etwas besitze ich aber leider nicht.

Aussägen

Ob man nun zuerst die Wölbung herausarbeitet oder erst die Zinken aussägt ist Geschmackssache.
Es funktioniert Beides.
Bei dieser Forke habe ich mit der Wölbung angefangen. Hier habe ich mit einem Schleifzylinder in 60iger Körnung gearbeitet. Allerdings muss man mit dem Schleifzylinder sehr aufpassen, dass man keine Dellen produziert. Mit einer Feile hat man da deutlich mehr Gefühl wegen der größeren Auflagefläche, das Ergebnis wird sehr viel gleichmäßiger.

Wölbung

Anschließend habe die Zinken mit Hilfe meiner Papierform wieder aufgezeichnet und habe dann die Zinkenrundung gebohrt und die Zinkenzwischenräume ausgesägt.

Bohren
Zinken aussägen

Um die Zinkenstärke und Zinkenabstände möglichst gleichmäßig hin zu bekommen, arbeitet man dann am Besten von „Innen nach Außen“. Wenn man sich mit den Proportionen am Anfang noch nicht ganz sicher ist, kann man die 2 äußeren Zinken etwas mit etwas mehr Zugabe aussägen. Damit hat man mit den Zinkenabständen und der Zinkenstärke etwas mehr Spielraum.
Man fängt mit der mittleren Zinke an und arbeiten die Form der 1. Zinke heraus. Dann bearbeitet man die Zinkenabstände (also die Innenkante der äußeren Zinken) auf beiden Seiten bis die Abstände möglichst gleich breit sind, und die Innenkanten der äußeren Zinken sauber gearbeitet sind (es dürfen auch keine Rillen vom Sägen mehr zu sehen sein). Dann werden die Außenkanten der äußeren Zinken bearbeitet bis die Zinken alle die gleiche Stärke haben.

In Form Feilen
Zum Herausarbeiten der Form verwende ich verschiedene Feilen und Schleifzylinder mit einer 120iger Körnung. Ich versuche den Zinkenabstand immer so zu wählen, so dass ich mit einer Halbrundfeile (Hieb2) noch gut zwischen die Zinken komme. Für die Zinkenrundungen verwende ich eine Rundfeile (Hieb2) und für die Feinarbeit habe ich dann auch noch einen Schlüsselfeilensatz. Dieser eignet sich auch hervorragend, falls der Zinkenabstand für die große Feile einmal zu klein sein sollte. Dann wird das Schleifpapier einfach um die Schlüsselfeile gewickelt und die Zinken damit bearbeitet.

Schleifen

Anschließend geht es an die Feinarbeit mit diversen sehr feinen Feilen und Schleifpapier.
Schleifpapier verwende ich meist in folgender Reihenfolge:

  • 120
  • 240
  • 400
  • 600
  • 1200

diese Körnungen bekommt man auch noch problemlos im Baumarkt.

Um das besser Handhaben zu können (und Blasen zu vermeiden) wickle ich es oft um einen Stück Holz oder für die Zwischenräume/ Rundungen um die Feilen.
Beim Schleifen ist es ein bisschen Gefühlssache, wann zum nächst feineren Schleifpapier gewechselt werden kann. Aber grob kann man sagen, wenn man keine Kratzer/ Riefen vom vorherigen Schleifpapier mehr sieht, kann man auf das nächst feinere Wechseln.

Vorallem beim Polieren wird das sehr wichtig. Ist das Dymondwood erst einmal auf Hochglanz poliert, sieht man jeden Kratzer den man beim Schleifen übersehen hat.

Polieren

Zum Polieren verwende ich Schleifpapier von Micromesh, welches  sowohl als Schleifpads sowie Schleifleinen erhältlich ist. Die Körnung geht dabei von 1500 – 12000 (!). Das Schleifpapier ist relativ teuer, hält dafür aber auch sehr lange und man kann damit auch Nassschleifen.

Für Dymondwood und Acryl gibt es meiner Meinung nach dazu auch keine Alternative.

Beim Polieren geht man ähnlich wie beim Schleifen vor, man muss nur noch etwas mehr auf Kratzer/ Riefen achten. Wenn ich eine Kratzer entdecke, gehe ich 1-2 Körnungen zurück und mache erst weiter, wenn man von dem Kratzer nichts mehr sieht. Ist man bei Körnung 12000 angekommen glänzt das Dymondwood schon von alleine.

Polieren

Für das Hochglanzfinish benutze ich die Polierpaste von Proxxon und einen Baumwollschwabbel Aufsatz für den Dremel.

Die Polierpaste ist sehr fest, vor der Verwendung steck ich sie meist eine Weile in die Hosentasche, oder benutze den Föhn um sie etwas anzuwärmen und weicher zu machen.
Mit laufendem Dremel nehme ich dann etwas Polierpaste mit dem Baumwollschabbel auf und trage sie auf die Forke auf.
Im ersten Moment hinterlässt die Paste einen grauen Schleier. Nach kurzer Zeit verschwindet der Schleier und die Forke hat ihren Hochglanz Look.

 

 

Sicherheitshinweis:
Bitte tragt beim Arbeiten mit Dymondwood einen geeigneten Mundschutz.
Es entsteht sehr feiner, gesundheitsschädlicher Staub der nicht eingeatmet werden sollte.
Wenn ihr mit Geräten arbeitet bei es vorkommen kann das Holz/ Werkzeugteile durch die Luft fliegen können (z.B. Dremel Trennscheibe) tragt bitte ein Schutzbrille.
Beides gibt es in jedem gut sortierten Baumarkt.

1 comment

  1. Zophie August 1, 2014 10:10 pm 

    Oh DANKE Mahakali! Die Anleitung ist super aufschlussreich und kommt mir wie gerufen da bald meine Dymondwood-Holz-Bestellung ankommt. ^^

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