4-zinkige Haarforke aus Lignum Vitae

Wie einige sicher erkennen ist die Form stark an die Threnody von Grahtoe angelehnt 😉
Ich wollte schon immer eine Threnody aus Lignum Vitae haben, leider war im Shop von Grahtoe nie etwas Passendes dabei.
Und da ich mein Budget für Haarschmuck schon wieder überzogen habe (2 Threnodys aus Spalted Holly und Spalted Ficus) hab ich beschlossen mir selber eine zu machen.

Das Gute daran ist, dass ich mir das Holz selber aussuchen konnte. Ich liebe Holz mit Splintanteil… und mit etwas Glück, hab ich genau so ein Stück gefunden.
Holz

Zuerst habe ich die Form mit einer Laubsäge ausgesägt.
Dabei musste ich zur rechten Seite hin etwas korrigieren, da der Zinkenabstand und die Zinkendicke sonst nicht gleichmäßig geworden wären.
Am Besten fängt man mit dem Sägen in der Mitte an, da man man Außen noch korrigieren kann.
Aussägen

Anschließend habe ich die Kanten mit einer Feile und Schleifpapier (80/120iger Körnung) etwas geglättet.
Beim Sägen entstehen immer wieder kleine Unebenheiten und Rillen, die später nicht mehr zu sehen sein sollten.
Deshalb säge ich immer an der Außenkante der Linien um genügend Puffer zu haben und glätte dann diese Unebenheiten. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich die Form auch noch etwas korrigieren (z.B. ist das unterste Bohrloch nicht exakt gesetzt 😉
Kanten glätten

Danach arbeite ich die Grobform, die Rundung für die Zinken und die Topperform heraus.
(die Form entspricht nicht 100%ig einer Threnody, aber ein bißchen Eingenanteil muss ja auch dabei sein ;-))
Zum schnellen Abtragen von Material hab ich einen Dremel + Raspelfräser Aufsatz benutz. Im zweiten Schritt hab ich dann Schleifzylinder verwendet um eine gleichmäßige Form zu erhalten.
Bei beiden Aufsätzen muss man darauf achten keine Dellen zu produzieren. Deshalb verwende ich die Aufsätze auch nur für die Grobform und mache den Rest von Hand mit einer Feile.
Grobform
Grobfrom2

Zwischen der Grobform und dem folgenden Bild liegen mehrere Stunden Arbeit.
Vorallem wenn man komplett von Hand arbeitet, dauert das eine gewisse Zeit.
Als kleinen Anhaltspunkt, für die komplette Forke habe ich 2 Tage gebraucht.
Also einfach nicht entmutigen lassen und weiter Feilen und Schleifen.
Bei kleinen Zinkenabständen oder geschwungenen Zinken ist es nicht ganz so einfach gut in die Zinkenzwischenräume zu kommen.
Ich wickle dann meist etwas Schleifpapier um eine dünne Schlüsselfeile. Damit kommt man dann problemlos zwischen die Zinken.

Form

Danach geht es an die Feinarbeit. Rillen und Unebenheiten werden mit Schleifpapier (120/240/400) beseitigt und Rundungen herausgearbeitet.
Besonderes Augenmerk muss dabei auf die Zinkenzwischenräume gelegt werden. Es es sehr ärgerlich, wenn man beim Polieren dort kleine Kratzer und Rillen entdeckt.
Dann hat man nur noch die Wahl zwischen so lassen, oder das Ganze noch einmal von vorne zu Bearbeiten.

Schleifen

Darauf folgt das Schleifen mit feinem Schleifpapier (600/1200/2000).
Schleifen2

Anschließend geht es ans Polieren. Dazu verwende ich Schleifpapier von Micromesh mit einer Körnung von 1500 – 12000 (!).
Polieren

Für den letzten Schliff benutze ich die Polierpaste von Proxxon und einen Baumwollschwabbel Aufsatz für den Dremel.
Die Paste ist sehr fest, daher wärme ich sie vor dem Polieren meist etwas auf.
Dieser Schritt ist für Holz nicht wirklich notwendig, aber ich steh einfach auf Hochglanz.
Polierpaste

Und da es sich um Naturholz handelt, bekommt die Forke zum Abschluss noch ein Wachsfinish zur Pflege.
Nachdem das Wachs eingezogen kann man die Forke mit einem mit einem fusselfreien Baumwolltuch wieder aufpolieren.
Wachsfinish

Und so sieht dann das fertige Schmuckstück aus.
Fertig

Und da die Maserung so wunderschön ist, hier noch eine Detailaufnahme: kleine grüne Federchen.
Detail

1 comment

  1. kunigund Oktober 16, 2018 3:23 pm 

    Das ist allerdings nicht Lignum vitae sondern eindeutig Verawood. 😉

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