Forke mit Holzinlay

Diese Forke war ein Weihnachtsgeschenk und da sie mittlerweile bei ihrer neuen Besitzerin wohnt, kann ich die Anleitung nun auch online stellen.
Bei dieser Forke handelt es sich um einen Versuch ein Holzinlay als Topper zu verwenden.
Ich besitze einen kleinen Modellbau Frästisch von Proxxon, allerdings ist das Gerät eher für Fräsarbeiten im Modellbaubereich geeignet.
Für eine Forke mit 5,5″ Länge bietet der Tisch leider nicht genug Platz um seitlich zur Forke zu Fräßen.

Variante 1 ist also leider nicht möglich, daher hab ich die etwas umständlicherer Variante 2 gewählt.
Schema Schema2

Der Fräskopf ist relativ klein, man muss daher mehrmals leicht versetzt Fräsen. Am Anschlag (rot markiert) muss man sehr genau arbeiten um eine gerade Kante zu erhalten.
Um mir das etwas zu erleichtern habe ich mir zuvor mit der Gehrungssäge eine Art Markierung gesägt.
Markierung

Nun wird in mehreren Schritten gefräst. Nicht die volle Tiefe auf einmal sondern immer 1-2mm und dann immer um die Fräsbreite versetzt, bis sie komplette Fläche auf 1-2mm abgetragen ist.
Dann wird der Fräser 1-2mm höher eingestellt und die Prozedur wird solange wiederholt, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist.
Fräßer
Ergebnis Fräßen

Die Holzteile für das Inlay waren Reststücke es handelt sich dabei um einem kleinem Streifen Amaranth, stabilisiertem/ gefärbtem Pappelmaserholz und einem kleinen Stück Mooreiche, die Forke besteht ebenfalls aus Mooreiche.
Einpassen

Diese Teile habe ich mit 2-K-Epoxidharzkleber zusammengeklebt (UHU – Verarbeitungszeit 5min).
Um die Farbe etwas anzupassen (falls doch mal ein kleiner Spalt entsteht) habe ich etwas Mooreichenholzmehl zum Kleber gemischt.
Danach muss das ganze erst mal gut trocknen (mindestens 1 Tage – lieber länger).
Kleben
Kleben2

Wenn alles gut getrocknet ist, kann man die Forke weiterverarbeiten so als würde sie aus einem einzigen Stück Holz bestehe.
Zuerst wird die die Zinkenrundung gebohrt und der Zinkenzwischenraum ausgesägt.
(ich habe hier den Zinkenabstand relativ schmal gesägt, da ich meine neue Dekupiersäge ausprobiert habe und noch nicht wußte wie gerade der Schnitt wird ;-))
Ausgesägt

Nun habe ich die Kanten grob mit dem Dremel + Schleifzylinder abgeschliffen um beurteilen zu können ob die Holzteile sauber geklebt sind oder ob Spalten und Kleber zu sehen sind.
Erfreulicherweise haben alle Teile sauber aufeinander gepasst es konnte also weiter gehen 😉

Rohschliff
Rohschliff2

Danach kommt die Feinarbeit mit der Feile. Mooreiche ist ein relativ weiches Holz. Mit Dremel + Schleifzylinder ergeben sich dort schnell unschöne Dellen.
Deshalb habe ich hier komplett manuell gearbeitet. Das dauert seine Zeit, aber ich denke das Ergebnis ist es wert.
Gearbeitet habe ich hier mit eine Halbrundfeile (Hieb2) und mit eine Rundfeile (Hieb2) für die Zinkenrundung.
Feilen

Wenn die Form stimmt, geht es an die Feinarbeit mit diversen Schleifpapierkörnungen (120, 240, 400, 600, 1200)
Schleifpapier wickele ich meist um ein Stück Holz oder eine Feile um Blasen zu vermeiden und die Handhabung zu vereinfachen.
Beim Schleifen ist es ein bisschen Gefühlssache, wann zum nächst feineren Schleifpapier gewechselt werden kann. Aber grob kann man sagen, wenn man keine Kratzer/ Riefen vom vorherigen Schleifpapier mehr sieht, kann man auf das nächst feinere Wechseln.
Schleifen

Anschließend habe ich das Holz mehrfach gewässert (dazu feuchtet man das Holz mit einem Schwamm an und lässt es dann trocknen).
Nach dem Trocknen werden mit einem 2000er Schleifpapier die aufgestellten Holzfasern abgeschliffen.
Das habe ich so lange wiederholt, bis sich nach dem Wässern kaum noch Holzfasern aufgestellt haben.

Zum Polieren verwende ich Schleifpapier von Micromesh, welches sowohl als Schleifpads sowie Schleifleinen erhältlich ist. Die Körnung geht dabei von 1500 – 12000.
Und so sieht die Forke nach dem Polieren aus:
Poliert
Poliert2

Nun fehlt nur noch ein Wachs- oder Öl-Finish. Ich habe das Antikwasch von Clou verwendet.
Das Wachs wird mit einem fusselfreien Tuch aufgetragen, wenn das Wachs etwas eingezogen ist, kann dass Holz mit einem Tuch oder dem Dremel + Baumwollschwabbel
auf Hochglanz poliert werden.
Gewachst
Gewachst

Der Streifen Amaranth Holz sieht noch sehr blass aus, da das Holz noch keiner Sonneneinstrahlung ausgesetzt war.  Zwischen diesem und dem nächsten Bild liegt ca. 1 Tag. Man sieht den Unterschied schon deutlich, die Farbe entwickelt sich zu einem kräftigen Purpur.
Fertig

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